29. Juni 2010
Rubrik: Seelsorgeeinheit

Ferien – Zeit der Ruhe

Die Ruhe in sich selbst finden

Kürzlich stolperte ich über ein Zitat von François La Rochefoucauld: «Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen.» Gerade in den Tagen vor Ferienbeginn ist es umso wichtiger sich bewusst zu werden, dass Ruhe und Erholung nicht einfach organisiert werden kann. Es braucht vielmehr auch unser inneres Zutun und namentlich Zeit, um loszulassen und abschalten zu können. Sind wir dann soweit, eröffnen sich uns neue Chancen. Denn die Ferienzeit feiert eine grundlegende Sehnsucht jedes Menschen: angenommen zu sein vor aller Leistung.

Die Schöpfung ist der vordringliche Ort, wo dieser Geschenkcharakter des Lebens tief eingeatmet werden kann. Dazu braucht es die Gabe des Schweigens, den Widerstand, nicht auch noch meine Ferien verkonsumieren zu lassen und Stunden des Innehaltens. Die Seele braucht Entfaltungsräume, wo ich all die vielen Erfahrungen, die mich beleben und behindern, vertiefen kann. So widersprüchlich es auch tönt, im Nichtstun ereignet sich oft höchste Aktivität.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen aktive Ferientage, entsprechend Zeit und immer wieder Momente, in denen wir die Ruhe in uns selber finden.

Von: Roman Brülisauer

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